Über 10.000 zufriedene Kunden!
5% Neukundenrabatt - Gutscheincode: algova
Ab 19€ versandkostenfreie Lieferung in DE

Wie kann man Artemia richtig großziehen?

Wie kann man ausreichend große Mengen Artemia Lebendfutter für das Aquarium oder die Aquakulturanlage produzieren? Auch wenn Trockenfutter oft die kostengünstigste Alternative ist, so bleibt Lebendfutter die hochwertigste Futterquelle, die man seinen Fischen und Krustentieren anbieten kann. Dies hängt in erster Linie mit der Frische zusammen. Wichtige Inhaltstoffe, wie Vitamine, Omega-3-Fettsäuren und Carotinoide, sind im Lebendfutter noch in ihrer reinsten Form enthalten. Bei der Lagerung von Trockenfutter kann es schnell zur Oxidation dieser Inhaltsstoffe kommen, spätestens nachdem die Packung geöffnet wurde. Weiterhin hat frisches Lebendfutter noch eine hohe enzymatische Aktivität und kann aufgrund von Autolyse-Prozessen im Darm leichter von den Fischen verdaut werden.

Es macht besonders Sinn, gerade Fische, die in naher Zukunft laichen sollen, zusätzlich mit Lebendfutter wie Artemia Krebsen zu füttern, um die Qualität des Laichs und die Überlebensrate der nachfolgenden Brut zu steigern. Außerdem kann es auch sinnvoll sein seine Jungfische, die von kleinen Lebendfutter wie Artemia Nauplien und Daphnien auf Trockenfutter umgestellt werden, zusätzlich mit größeren Artemia Krebsen zu füttern, um eine höhere Überlebensrate zu ermöglichen. Weiterhin ist es natürlich immer sehr gut sein Fischbestand zusätzlich mit Lebendfutter zu ernähren, um einen hohen Gesundheitszustand der Fische im Aquarium zu erhalten.

So ist es möglich aus 10g Artemia Cysten bereits 2kg hochwertige Artemia Biomasse zu produzieren [1]. So leicht die Aufzucht von Artemia Krebsen oft suggeriert wird, so bleibt es entscheidend bestimmte Details zu beachten, um einem Zusammenbruch der Kultur zu vermeiden. Häufig werden zu viele Artemia Nauplien angesetzt bzw. das Artemia Fertigfutter überdosiert. Im Folgenden erklären wir euch, worauf ihr besonders achten müsst, um effektiv zum Ziel zu kommen:

  1. Temperatur
    Die optimale Temperatur, bei der eine hohe Wachstumsrate bei gleichzeitig hoher Überlebensrate erreicht werden kann, ist abhängig von der Artemia Art und von der Herkunft der eingesetzten Artemia Linie. In der folgenden Tabelle sind die Temperaturoptima abhängig von der Artemia Art und der Herkunft dargestellt.

    OberartSynonymeHerkunftOptimaler TemperaturbereichWachstumsoptimum
    Artemia franciscana AF430, Microcysten San Francisco Bay, USA 20°C - 27 °C 22,5°C
    Artemia franciscana GSL Great Salt Lake, USA 23°C -31°C 29°C
    Artemia franciscana   Shark Bay, Australia 20°C - 28°C 25°C
    Artemia franciscana   Chaplin Lake, Canada 20 °C -28 °C 25°C
    Artemia persimilis   Buenos Aires, Argentinien 20°C - 30°C 25°C

    Tab. 1: Temperatur-Optima von verschiedenen Artemia Linien in Abhängigkeit von Art und Ursprungsort[2] [3].

    Ist weder die Artemia Art noch der Ursprung bekannt, empfehlen wir eine Temperatur zwischen 21°C und 26°C einzustellen. Dies ist ein Bereich, in dem ein Großteil der Artemia Arten gute Wachstumsraten zeigt [4].

  2. Salinität und pH-Wert

    Obwohl Artemia in Salzseen mit einer Salzkonzentration oberhalb 100 g/l vorzufinden sind, liegt das physiologische Optimum der meisten Artemia Arten in einem Bereich zwischen 32 und 65 g/l [5]. Wir empfehlen einen Salzgehalt von 60 g/l für die optimale Produktion der Artemia Krebse. Dies hängt damit zusammen, dass potentielle Krankheitsausbrüche, wie z.B. durch das Bacterium Leucothrix, vorgebeugt werden können [6] [7]. Bzgl. der Salzzusammensetzung wird oft die Verwendung von natürlichen Meerwasser bzw. Meersalzmischungen empfohlen. Um jedoch optimale Ergebnisse zu erzielen raten wir davon ab. Erfahrungsgemäß haben wir festgestellt, dass kommerzielle Meersalzmischungen schon bei der Erbrütung von Nauplien zu reduzierten Schlupfraten führen. Weitere wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass bestimmte Artemia Arten empfindlich auf erhöhte Kalium- und Magnesiumkonzentrationen reagieren [8]. Daher empfehlen wir die Verwendung von Artemia Spezialsalzen mit optimierten Ionenverhältnissen (z.B. ArtemiSal von algova). Der optimale pH-Wert für Artemia liegt zwischen 7,5 und 8,3. Bei einem guten Artemia Spezialsalz ist dieser pH-Wert bereits eingestellt. Trotzdem sollte während des gesamten Produktionsverlaufs der pH-Wert täglich kontrolliert werden. Fällt der pH-Wert unter einen Wert von 7,5 sollte der pH-Wert mit der Zugabe von ein wenig Natriumhydrogencarbonat wieder auf 8,0 bis 8,3 nachjustiert werden [8].

  3. Sauerstoff und Belüftung

    Der optimale Sauerstoffgehalt für die Kultivierung von Artemia liegt zwischen 2,5 und 5 mg/l. Dies führt zu rötlichen Tieren, reich an Hämoglobin. Ein Sauerstoffgehalt oberhalb von 5 mg/l führt zu etwas blasseren Tieren. Der Vorteil rötlicher Tiere liegt darin, dass Sie attraktiver auf die gefütterten Fische wirken und dadurch schneller gefressen werden [5]. Da die Sauerstofflöslichkeit bei steigender Salzkonzentration abnimmt, lässt sich der Rötungseffekt bei Salzkonzentrationen oberhalb 60g/l leichter erzielen. Der Sauerstoffgehalt sollte in keinem Fall 2mg/l unterschreiten [5]. Obwohl sich mit feinen Luftblasen deutlich mehr Sauerstoff eintragen lässt, sollte trotzdem darauf geachtet werden etwas größere moderate Blasen einzustellen. Sehr feine Luftblasen können sich zwischen den Kiemenfüßen der Artemia Krebse anheften und so zur Abschäumung der Tiere führen [5]. Sehr feine Blasen können auch verschluckt werden und direkt zum Tod führen [9].

  4. Stickstoff-Werte und Partikellast

    Bzgl. gelöster anorganischer Substanzen wie Ammonium, Nitrit und Nitrat sind Artemia relativ unempfindlich. Ein negativer Effekt auf Überlebensrate und Wachstum konnte bei Nauplien von Artemia franciscana (Ursprung GSL, Utah) bei einer Ammoniumkonzentration bis 1000 mg/l, einer Nitritkonzentration bis 320mg/l und einer Nitratkonzentration bis 1000 mg/l ausgeschlossen werden. Daher ist ein direkter Effekt dieser Stickstoffverbindungen auf Artemia Krebse während eines Kultivierungszyklus eher unwahrscheinlich [10]. Nichts desto trotz sollte die Konzentration gelöster Stickstoff- und Phosphatverbindungen möglichst niedrig gehalten werden, um übermäßiges bakterielles Wachstum zu vermeiden. Eine überhöhte Partikelkonzentration kann einen negativen Effekt auf die Überlebensrate von Artemia Krebsen haben. Überhöhte Partikelkonzentrationen bewirken bei Artemia eine Einschränkung des Bewegungsapparats. Zu hohe Konzentrationen an Faeces und Abfallprodukten beinträchtigen eine optimale Futteraufnahme und fördern wiederum übermäßiges bakterielles Wachstum, welches zusätzlich Sauerstoff verbraucht [11]. Es ist daher besonders wichtig die Artemia Kultur optimal zu füttern, regelmäßige Teilwasserwechsel durchzuführen und sedimentierte Partikel täglich abzusaugen.

Die richtige Dosierung der Eier

Eine erfolgreiche Artemia Kultur beginnt bei der richtigen Dosierung der Nauplien und der richtigen Auswahl der Artemia Eier. Wir empfehlen dafür Artemia Eier mit einem Schlupfanteil > 90% und einer Schlupfrate oberhalb 250.000 Np/g. Theoretisch könnte man auch Eier mit schlechteren Schlupfraten nehmen, jedoch ist erfahrungsgemäß die Schwankungsbreite bei solchen Eier in Bezug auf Qualität größer, sodass man eher unterdosieren würde und aufgrund nicht geschlüpfter Eier bereits früh im Prozess bakterielles Wachstum fördern würde.
Für die Batchkultur von Artemia im Aquarium oder Produktionstank empfehlen wir eine Startdichte von 1000 bis 3000 Nauplien pro Liter [10]. Anfänger sollten eher mit 1000 Nauplien pro Liter anfangen. Sofern man keine Möglichkeit hat Artemia Nauplien nach dem Schlupf zu zählen, lässt sich dies mit den Schlupfdaten der Artemia Eier wie folgt berechnen:

Ausgehend von unseren GSL Artemia Cysten ergibt sich eine Schlupfrate von 280.000 Nauplien pro Gramm. Pro 1 Liter Inkubation dosiert man normalerweise 1Gramm. Für die Konzentration der Nauplien gilt also:

280.000 Nauplien/g x 1Gramm/ 1000 ml = 280 Nauplien/ml

Ausgehend von einem 100 Liter Aquarium für die Weiterzucht mit einer gewünschten Starkonzentration von 1000 Nauplien/Liter ergibt sich:

100 Liter x 1000 Nauplien/Liter / 280 Nauplien/ml = 357ml

Um also ein 100 Liter Aquarium zu versorgen, reicht es also 357ml der Brutlösung dazu zugeben. Wichtig ist, dass die Nauplien-Lösung vor Entnahme von den Eierschalen getrennt wird. Dazu die Belüftung einfach abstellen. Nach etwa 10min sinken die Nauplien zu Boden und die Eierschalen schwimmen nach oben. Die Eierschalen abkippen bzw. dekantieren und die Nauplienlösung wieder mit Frischwasser auf das Ursprungsvolumen auffüllen. Anschließend die Nauplienlösung durch intensive Belüftung durchmischen und das errechnete Volumen direkt in den Produktionstank geben. Wir raten davon ab die Brutlösung mit einer Gaze aufzufangen und die Nauplien dann im neuen Aquarium zu suspendieren. Erfahrungsgemäß wird ein Teil der Nauplien beim kurzfristigen Trockenfallen geschädigt.

Das richtige Futter

Die besten Ergebnisse bei der Kultivierung von Artemia erhält man bei der Fütterung mit frischen Mikroalgen. Hierbei sollte eine Mikroalgendichte zwischen 2 und 4 mg/l gehalten werden. Mikroalgen wie Nannochloropsis, Tetraselmis, Spirulina, Dunaliella, Isochrysis und Chaetoceros sind sehr gut für die Ernährung von Artemia geeignet [12]. Von den Mikroalgen Chlorella, Stichococcus und Cocochloris wird abgeraten, da Sie für Artemia schwer verdaulich sind [13].

Da die Kultivierung von frischen Mikroalgen sehr schwierig und zeitaufwendig ist, besteht eine Alternative in der Verwendung von getrockneten Algenpulver. Diese sind ähnlich hochwertig wie frische Algen. Der Nachteil von Algenpulver ist, dass es aufgrund von Autolyse-Prozessen schneller zur Lösung von niedermolekularen organischen Substanzen in das Kulturmedium kommt. Dies wiederum fördert zusätzlich bakterielles Wachstum [12]. Daher ist es hier besonders wichtig nur nach Bedarf der Artemia Kultur zu dosieren.

    Schematische Darstellung einer
    Secchi-Scheibe.

Eine weitere Nahrungsquelle für Artemia sind bestimmte Bakterien und Hefen. Frische Bäckerhefe hat den Vorteil, dass Sie noch lebendig ist und nicht so schnell zur Autolyse neigt. Bei der ausschließlichen Fütterung mit Hefe, kommt es jedoch aufgrund erschwerter Verdaulichkeit zu Nährstoffdefiziten und so zu schwankenden Produktionsausbeuten [12]. Daher ist es sinnvoll Bäckerhefe mit anderen Futtersorten zu kombinieren. Bestimmte probiotische Bakterien haben den Vorteil, dass Sie einerseits als Futter und Verdauungshilfe für Artemia dienen und andererseits einen positiven Einfluss auf die Wasserwerte haben. Zusätzlich werden pathogene Bakterien direkt und indirekt durch Probiotika unterdrückt.

Wir haben für euch bereits ein optimiertes Artemia-Futter namens RotiBomb entwickelt. Es verbindet die Vorteile von getrockneten Mikroalgen, Hefen und probiotischen Bakterien.
Das Algenpulver bzw. das Hefeprodukt vorher am Besten in einem verschließbaren Becher mit etwas Wasser durch intensives Schütteln in Lösung bringen und als Konzentrat zu Artemia-Kultur geben. Wichtig ist, dass das Konzentrat täglich neu angesetzt wird. Sofern nicht sofort alles verwendet wird, sollte es maximal 24h im Kühlschrank gelagert werden.

Die richtige Futterrate

Um mit Futterprodukten wie Algenpulver, Hefen oder RotiBomb erfolgreich zu sein, empfehlen wir den Einsatz einer Secchi-Scheibe, um die Sichttiefe im Artemia Tank zu messen. Mit der Secchi-Scheibe lässt sich einfach und schnell die Futterkonzentration bewerten. In der rechten Abbildung ist das Funktionsprinzip einer Secchi-Scheibe veranschaulicht.

Die Sichttiefe ist als die Tiefe definiert, ab der die Secchi-Scheibe gerade nicht mehr sichtbar ist. Die Tiefe wird an Markierungen des Befestigungsbands abgelesen. Wir empfehlen die Artemia Kultur mindestens 1x täglich, wenn möglich mehrmals täglich zu füttern. Bei der Fütterung mit Algenpulver werden folgende Sichttiefen empfohlen [4]:

Woche 1

Sichttiefe <15cmSichttiefe 15cm - 20cmSichttiefe >20cm
Keine Fütterung mehr und ein Teil des Wassers tauschen Aktuelle Futtermenge konstant halten Füttern bis die Sichttiefe im Bereich zwischen 15-20cm ist

Woche 2

Sichttiefe <20cmSichttiefe 20cm - 25cmSichttiefe >25cm
Keine Fütterung mehr und ein Teil des Wassers tauschen Aktuelle Futtermenge konstant halten Füttern bis die Sichttiefe im Bereich zwischen 20-25cm ist

    Links: 300L Aquarium zur Artemiazucht; Rechts: Draufsicht 1m³ Raceway-Tank für
    kommerzielle Produktion von Artemia:(1) Trennwand (2) Airlifts (H) Wassertiefe (B)
    Abstand von Trennwand bis Außenwand. Das Verhältnis H/B sollte ≤1 sein [9] [15].

 

Wem eine Secchi-Scheibe zu teuer oder der Eigenbau einer Secchi Scheibe [17] zu kompliziert ist, empfehlen wir eine Secchi-Scheibe auf ein Stück Papier zu malen und dieses unter das Aquarium zu legen. Wichtig ist hier, dass die Wassertiefe 20cm ist und die Airlifts entsprechend lang sind und die Stelle, an der die Secchi-Scheibe liegt, regelmäßig mechanisch gereinigt wird. Es wird dann einfach mit der Fütterung aufgehört, wenn die Secchi-Scheibe gerade nicht mehr sichtbar ist. Wenn die Secchi-Scheiben Zeichnung wieder sichtbar wird, kann die Fütterung mit ähnlicher Dosierung wie zuvor fortgesetzt werden. Bei dieser Methode ist es besonders wichtig möglichst vorsichtig und mit kleinen Mengen zu füttern, um die optimale Futterkonzentration nicht zu stark zu überschreiten.

Der richtige Produktionstank

Artemia kann man in diversen Tankformen und Aquarien produzieren. Das Wichtigste ist jedoch, dass sich die Tanks homogen durchmischen lassen, um eine homogene Futterverteilung zu gewährleisten [14]. Das Raceway-System mit Airlifts hat sich bei der Hochdichte-Produktion von Artemia bewährt. Ein einfaches Aquarium lässt sich bereits nach diesem Prinzip umbauen [15]. Z.B. kann man ein 300L Aquarium durch die Installation einer Trennwand in der Mitte zu einem Raceway-System aufrüsten. An die Trennwand werden insgesamt 6 Airlifts befestigt, um eine Überlagerung aus Vertikal- und Kreisströmung zu erhalten.

Die entsprechenden Airlifts lassen sich selber aus PVC-Rohren und PVC-Fittingen bauen. Durch den oberen Winkel wird ein Loch passend gebohrt (6-10mm) und ein gleich großes PVC-Röhrchen gesteckt. An das Röhrchen wird über ein Silikonschlauch ein kleiner Kompressor angeschlossen. Die Abstände zwischen den einzelnen Airlifts sollten 25-40cm betragen. Abhängig davon mit welchen Wassertiefen man arbeitet, wird folgende Dimensionierung der Airlifts empfohlen [9]:

WassertiefeDurchmesser Airlift
200 mm 25 mm
400 mm 40 mm
750 mm 50 mm
1000 mm 65 mm

   Aufbau eines Airlifts für die gleichzeitige Belüftung und Umwälzung
   in einem Artemia-Tank [9]

 

Wichtig ist es, die Airlifts grobblasig zu betreiben. D.h. entweder direkt ohne Ausströmer oder mit einem grobblasigen Keramik-Ausströmer belüften. Wie erwähnt sind Artemia sensibel für feine Blasen. Bei kleineren Aquarien als 300L kann man alternativ die Airlifts an den Innenwänden des Aquariums befestigen. Dazu empfehlen wir mindestens 4 Airlifts im Aquarium, um die Sedimentation von Futter und Partikeln zu vermeiden.

Falls es doch mal zur Bildung von Sediment aus Partikeln kommt, sollte man dieses schnellstmöglich absaugen. Dazu eignet sich z.B. ein Mulmsauger, der mit einer Gaze überzogen wird. Die Gaze lässt sich am besten mit einem Gummi-Band passend fixieren. Die Gaze sollte eine Maschenweite von 200µm haben [4].

Die Arbeitsroutine

Umso besser das Produktionssystem konstruiert bzw. durchmischt ist, umso weniger täglichen Arbeitsaufwand wird es geben. Nach eigener Erfahrung und in Anlehnung an Sorgeloos et al. 1986 haben wir euch folgendes Arbeitsprotokoll erstellt:

Tag 1
Salzwasser-Becken mit 50-60psu, pH = 8,3, Temperatur 25 °C vorbereiten. Das Becken mit 1000 bis 3000 Nauplien pro Liter beimpfen. Die ersten 12h nach Schlupf sollten die Nauplien noch nicht gefüttert werden.

Tag 1-3:
Wir empfehlen mindestens 2x täglich mit RotiBomb zu füttern. Die Sichttiefe sollte zwischen 15cm-20cm gehalten werden. Bei deutlicher Unterschreitung der Sichttiefe von 15cm ist ein Teilwasserwechsel notwendig.

Tag 4-7:
Mindestens 3x täglich mit RotiBomb füttern und die Sichttiefe zwischen 15cm-20cm halten. Sedimentierte Partikel 1x täglich mit einem Mulmsauger (mit 200µm Gaze bespannt) absaugen.

Tag 8-14:
Mindestens 3x täglich mit RotiBomb füttern und die Sichttiefe zwischen 20cm-25cm halten. Sedimentierte Partikel 1x täglich mit einem Mulmsauger (mit 200µm Gaze bespannt) absaugen.

Kleine Artemiazucht

   30-100L Artemiazucht: (1) Airlift (2) Secchi-Scheibe als Papierzeichnung unter dem
   Aquarium(H) Wassertiefe (B) Breite des Aquariums. Das Verhältnis H/B sollte <0,5 sein

Tägliche Routine:
pH-Wert überprüfen ⇒ Bei Unterschreitung von 7,5 mit Natriumhydrogencarbonat (0,3g/l) nachjustieren.
Sauerstoffgehalt überprüfen ⇒ Bei Unterschreitung von 2mg/l die Belüftung erhöhen. Wenn dies nicht ausreicht 50% des Wassers austauschen.

Zählen der Tiere:
Wir empfehlen alle 2-3 Tage die Tiere zu zählen. Bei jüngeren Tieren mehrere 10ml Proben unter dem Binokular zählen. Bei älteren Tieren kann man 50-100ml direkt im Becherglas auszählen. Die Anzahl der Tiere pro Liter geben einen guten Indikator für die Gesundheit der Kultur.

Mit dem hier beschriebenen Batch-Verfahren lassen sich bis zu 7kg/m³ Artemia Nassgewicht herstellen. Mit komplexen Durchfluss- und Kreislaufanlagen lassen sich natürlich noch höhere Werte erzielen [16]. Bei optimaler Kultivierung dauert es 2 Wochen bis die Artemia Krebse ausgewachsen sind.

Ernte

Die ausgewachsenen Artemia lassen sich mit einem Aquarienkescher direkt aus dem Becken abkeschern und an die Fische verfüttern. Wenn man die Artemia stattdessen alle auf einmal ernten will, braucht man nur die Belüftung abstellen. Die Artemia Krebse werden sich nach etwa 20-30min an der Wasseroberfläche konzentrieren und andere ungewünschte Partikel können sedimentieren [16]. Die Artemia kann man von der Oberfläche abschöpfen und über einer Gaze auf konzentrieren. Das Artemia Konzentrat lässt sich z.B. in Eiswürfelformen abfüllen und einfrieren.


Literaturverzeichnis

 

1. Hoff, F.H., Snell, T. W. 2004. Plankton Culture Manual. Chapter 7 - Artemia Culture. Florida Aqua Farms Inc.: p 111

2. Lavens, P., Sorgeloos, P. 1991. Production of Artemia in Culture Tanks. In: Browne R.A., Sorgeloos P., Trotman, C.N.A. (Eds.). Artemia Biology. CRC Press: p 319

3. Munoz, J., Pacios, F., 2010. Global Biodiversity and geographical Distribution of diapausing aquatic Invertebrates: The Case of the cosmopolitan Brine Shrimp: Artemia (Branchiopoda, Anostraca). Crustaceana 83 (4): p 465-480.

4. ↑abc Sorgeloos, P., Lavens P., Leger, P., Tackaert, W., Versichele 1986. Manual for the Culture and Use of Brine Shrimp Artemia in Aquaculture. Prepared for the Belgian Administration for Development Cooperation and the FAO of the United Nations, Artemia Reference Center, Belgium.

5. ↑ abcd Dhont, J., Van Stappen, G., 2003. Biology, Tank Production and Nutritional Value of Artemia. In: Stottrup J.G., McEvoy L.A. (Ed.). Live feeds in marine aquaculture. Blackwell Publishing Ltd, Oxford: p 84.

6. Solangi, M.A., Overstreet, R.M. & Gannam, A.L. 1979. A filamentous bacterium on the brine shrimp and its control. Gulf Res. Rep., 6, p 275-281.

7. Lavens, P. 1989. Intensieve productie en kwaliteitsonderzoek van Artemia adulten en hun nakomelingen. PhD Thesis. Faculty for Agricultural and Applied Biological Sciences, Ghent University, Ghent. 435pp

8. Croghan P.C., 1957. THE SURVIVAL OF ARTEMIA SALINA (L.)IN VARIOUS MEDIA. Department of Zoology, University of Cambridge, p 213-218

9. ↑ abcd Hoff, F.H., Snell, T. W. 2004. Plankton Culture Manual. Chapter 7 - Artemia Culture. Florida Aqua Farms Inc.: p 112

10.↑ ab Chen, J.C., Chen, K.J. & Liao, J.-M., 1989. Joint action of ammonia and nitrite on Artemia nauplii. Aquaculture, 77, p 329-336.

11. Dhont, J., Van Stappen, G., 2003. Biology, Tank Production and Nutritional Value of Artemia. In: Stottrup J.G., McEvoy L.A. (Ed.). Live feeds in marine aquaculture. Blackwell Publishing Ltd, Oxford: p 85.

12. ↑ abc Lavens, P., Sorgeloos, P. 1991. Production of Artemia in Culture Tanks. In: Browne R.A., Sorgeloos P., Trotman, C.N.A. (Eds.). Artemia Biology. CRC Press: p 322-324

13. D'Agostino, A.S. 1980. The vital requirements of Artemia: physiology and nutrition. In: The Brine Shrimp Artemia, Vol. 2, Physiology, Biodiversity, Molecular & Biology. G. Personne, P. Sorgeloos, O. Roels and E. Jaspers (Eds). Universa Press, Wetteren, Belgium, p 55-82.

14. Dhont, J. & Lavens, P. 1996. Tank production and use of ongrown Artemia. In: Manual on the Production and Use of Live Food for Aquaculture (Ed. by P. Sorgeloos & P. Lavens) Fisheries Technical Paper No. 361 FAO, Rome

15. ↑ ab Lavens, P., Sorgeloos, P. 1991. Production of Artemia in Culture Tanks. In: Browne R.A., Sorgeloos P., Trotman, C.N.A. (Eds.). Artemia Biology. CRC Press: p 330-332

16. ↑ ab Hoff, F.H., Snell, T. W. 2004. Plankton Culture Manual. Chapter 7 - Artemia Culture. Florida Aqua Farms Inc.: p 115

17. Anleitung zum Bau einer Secchi-Scheibe Stand 08.06.2017

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
TIPP!
Artemia Eier  A+ Qualität >280.000 Npg Artemia Eier A+ Qualität >280.000 Npg
Inhalt 25 Gramm (47,80 € * / 100 Gramm)
ab 11,95 € *
TIPP!
ArtemiaVita - Artemia Eier entkapselt dekapsuliert 90%-99% Schlupf ArtemiaVita - Artemia Eier entkapselt...
Inhalt 0.1 Liter (109,50 € * / 1 Liter)
ab 10,95 € *
Artemia Eier algova A-Qualität Artemia Eier A Qualität >205.000 Npg
Inhalt 25 Gramm (23,96 € * / 100 Gramm)
ab 5,99 € *
Artemia-Salz zur Aufzucht von Artemia mit erhöhter Schlupfausbeute Artemia-Salz zur Aufzucht von Artemia mit...
Inhalt 0.5 Kilogramm (15,98 € * / 1 Kilogramm)
ab 7,99 € *
RotiBomb RotiBomb Futter für Artemia Wasserflöhe...
Inhalt 25 Gramm (34,00 € * / 100 Gramm)
ab 8,50 € *