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Wie entkapselt man Artemia Eier?

Die Entkapselung bzw. Dekapsulierung beschreibt den Prozess bei dem die Schale (Chorion), welche den Artemia Embryo umgibt, mit Hypochlorit-Lösung entfernt wird [1]. Dabei unterscheidet man zwei Anwendungen. Einerseits werden Chargen von Artemia Eiern mit verminderter Schlupfrate dekapsuliert und anschließend getrocknet. Solche Artemia Eier haben den Vorteil, dass Sie direkt ohne eine aufwendige Erbrütung an Jungfische verfüttert werden und ein vergleichbar hohen Nährwert wie Artemia Nauplien haben[5]. So konnten z.B. Larven von Karpfen (Cyprinus carpio)und Shrimps erfolgreich mit dekapsulierten Eiern gefüttert werden [2] [3] [4]. Diese Fütterungsmethode lässt sich jedoch nicht bei allen Fischarten anwenden, da bestimmte Fischlarven, wie z.B. vom Yellowtail Kingfisch und Doraden verstärkt auf bewegliches Lebendfutter reagieren.

Die zweite Anwendung ist vor allem in der Aquakultur gängig. Dazu werden Artemia Eier vor Ort dekapsuliert und anschließend als Embryo mit dünner Membran zu Nauplien erbrütet. Die Dekapsulierung in diesem Zusammenhang hat besonders viel Vorteile [2]:

  • Der Schlupfanteil der rohen Artemia Eier kann deutlich gesteigert werden.
  • Der Energiegehalt und Nährwert von Nauplien, die vorher dekapsuliert wurden, ist höher.
  • Die Artemia Eier werden bei der Dekapsulierung vollständig desinfiziert.
  • Der Arbeitsaufwand bei der eigentlichen Erbrütung wird deutlich verringert, da keine Schalen abgetrennt werden müssen.
  • Die Gefahr das Artemia Schalen mit zu den Larven kommen wird ausgeschlossen.

 

Gerade das versehentliche Verschlucken von unverdaulichen Schalen oder nicht geschlüpften Artemia Cysten, kann bei diversen Fischlarven zu einer erhöhten Sterblichkeit führen[2]. Darüber hinaus sind Artemia Schalen ein Vektor für Bakterien, die den Bruterfolg negativ beeinflussen können.

Im Folgenden haben wir euch ein Arbeitsprotokoll zum Selber Dekapsulieren in Anlehnung an Lavens & Sorgeloos[6] und nach eigner Erfahrung zusammen gestellt . Grundsätzlich lässt sich die Dekapsulierung in drei Phasen unterteilen. Die erste Phase ist die Hydratisierung. Hierbei werden die Artemia Eier in Wasser getränkt. Dabei saugen sich die Kaffeebohnen förmigen trockenen Cysten mit Wasser voll und wandeln sich zu kugelförmigen Eiern um. Dies ist für den Erfolg der zweiten Phase der Dekapsulierung, der Oxidation, entscheidend. Bei der Oxidation werden die kugelförmigen Eier mit Hypochlorit behandelt. Hierbei wird die äußere Schale, das Chorion, weg oxidiert. Übrig bleibt der Embryo mit einer dünnen Außenhülle, der Membran. Die Letzte Phase ist die Waschung. Hierbei werden Spuren des Oxidationsmittels weg gewaschen und mit einem Reduktionsmittel, z.B. Natriumthiosulfat, neutralisiert.

Material

  • Artemia-Inkubationsbehälter mit Belüftungsrohr
  • Luft-Pumpe und Silikon-Schlauch
  • Filter mit 125µm Gaze (Artemia-Sieb oder Kaffee-Filter aus Metall)
  • Zwei Spritzflaschen für Chemikalien
  • 500ml Messbecher
  • Schutzbrille und Kunststoff-Handschuhe
  • Thermometer
  • Stoppuhr
  • Spülbecken mit Trinkwasser

Notwendige Lösungen

  1. Oxidationslösung (1l)

    220ml Natriumhypochlorit-Lösung (13%)
    14ml Natronlauge (50%)

    Zuerst 0,5l kaltes Trinkwasser vorlegen und dann die Chemikalien dazu dosieren. Den Rest mit Trinkwasser auf 1l auffüllen Lagerung bei 5°C.

  2. Reduktionslösung (1l)

    10g Natriumthiosulfat

    Natriumthiosulfat vorlegen und mit Trinkwasser auf 1l auffüllen. Lagerung bei 5°C.

Durchführung

  1. Hydratisierung

    50g Artemia-Eier in Trinkwasser überführen und durch sehr intensives Begasen 60min in Suspension halten. Die Temperatur sollte 25°C betragen. Die maximale Konzentration der Eier sollte nicht 100g Eier pro L überschreiten. Für 50g Eier ist also ein Mindestvolumen von 0,5L notwendig. Wichtig ist, dass alle Eier durch die Begasung in Schwebe gehalten werden können.

  2. Oxidationsbad

    Die Eier über einer 125µm Gaze abfiltern. Die feuchten Eier zurück in den Behälter überführen und dann 700ml Oxidationslösung zugeben (140ml pro 10g Eier). Die Eier durch intensive Begasung in Suspension halten. Abhängig von der Art der Eier dauert die Oxidation 5 bis 15min. Es ist ein Farbumschlag der Eier von braun über grau nach orange zu beobachten. Während des gesamten Vorgangs sollte die Temperatur nicht 30°C überschreiten. Bei Bedarf kann man mit Eiswürfeln kühlen. Noch besser ist es, die Oxidationslösung vor dem Einsatz auf 15°C herab zu kühlen.

  3. Waschung

    Nach dem Farbumschlag Eier mit einer 125µm-Gaze ernten und unter fließendem Trinkwasser abspülen bis kein Chlorgeruch mehr wahrnehmbar ist. Wir empfehlen eine Spülzeit von 4-5min.

  4. Reduktionsbad 2min

    Die gespülten Eier in Reduktionslösung (50ml pro 10g Eier) überführen und 2min einwirken lassen. Danach die Eier mit der Gaze ernten und unter fließendem Wasser kurz spülen.

  5. Inkubation

    Nach erfolgreicher Dekapsulierung solltet ihr die Eier direkt erbrüten. Die Erbrütung ist analog zum klassischen Verfahren mit ungeschälten Eier. Der große Vorteil ist, dass ihr am Ende die geschlüpften Nauplien direkt verfüttern könnt und nicht aufwendig die Eierschalen abtrennen müsst.

Wem die Dekapsulierung zu zeitaufwendig oder zu kompliziert ist, aber trotzdem die Vorteile entkapselter Eier zur Erbrütung nutzen will, dem empfehlen wir das Produkt ArtemiaVita. Das Produkt basiert auf jahrelanger Entwicklungsarbeit der Firma algova und enthält die schlupffähigen entkapselten Eier in einer speziellen Salzlösung. ArtemiaVita kann 4 Monate bei 5°C und mehr als 12 Monate bei -10°C gelagert werden.


Literaturverzeichnis

 

1. Bruggeman, E., Sorgeloos, P., Vanhaecke, P., 1980. Improvements in the decapsulation technique of Artemia Cysts. In: The Brine Shrimp, Vol 3, Ecology, Culturing, Use in Aquaculture (Ed. by G. Persoone, P. Soorgeloos, O. Roels & E. Jaspers), Universa Press, Wetteren: pp. 261-269

2. ↑ ab Dhont, J., Van Stappen, G., 2003. Biology, Tank Production and Nutritional Value of Artemia. In: Stottrup J.G., McEvoy L.A. (Ed.). Live feeds in marine aquaculture. Blackwell Publishing Ltd, Oxford: p 104.

3. Vanhaecke, P., De Vrieze, L., Tackaert, W., Sorgeloos, P. 1990. The use of decapsulated of the brine shrimp Artemia as direct food for carp Cysprinus carpio L. larvae. Journal World Aquaculture Soc., 21, 257-262

4. Stael, M., Sanggontanagit, T., Van Ballaer, E., Puwapanich, N., Tunsutapanich, A., Lavens, P. 1995. Decapsulated cysts and Artemia flakes as alternative food sources for the culture of Penaeus monodon postlarvae. In: Larvi '95, Book of Abstracts (Ed. by P. Lavens, E. Jaspers & I. Roelants), European Aquaculture Society, Special Publication No. 24, Ghent: pp. 342-345

5. García-Ortega, A., Verreth, J.A.J., Coutteau, P., Segner, H., Huisman, E.A., Sorgeloos, P. 1998. Biochemical and enzymatic characterization of decapsulated cysts and nauplii of the brine shrimp Artemia at different developmental stages. Aquaculture, 161: pp.501-514

6. Lavens, P. & Sorgeloos, P. (1996) Manual on the Production and Use of Live Food for Aquaculture. FAO Technical Paper No.361. Food and Agriculture Organization of the United Nations, Rome.

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